Heute beginnt die Fastenzeit

Heute, am Aschermittwoch beginnt bis zum Karfreitag, 18. April die Fastenzeit. Diese Wochen sind auch für den Teilzeit-Katholiken ein guter Anlass auf schlechte Eigenschaften zu verzichten. Nichts Süßes, kein Alkohol, kein Kaffee, kein Fleisch oder kein Zucker. Viele Menschen nutzen die traditionelle Fastenzeit dafür, vorübergehend auf alltägliche Laster zu verzichten.

Seit Jahrhunderten praktizieren Menschen in aller Welt das Fasten. Früher vor allem aus religiösen Motiven, heute aus Überzeugung, freiwillig und bewusstem Verzicht. Bereits im frühen Mittelalter bereiteten sich die Christen mit Fasten auf das Osterfest vor. Erlaubt war oft nur eine Mahlzeit am Tag, Verzehr von Fleisch oder anderen tierischen Produkten wie Milch, Butter oder Eier war Tabu. Heute sieht es die Kirche nicht mehr gar so streng oder einfach anders. Verzichten sollte man vor allem auf Alkohol, Süßigkeiten, Kaffee, Fernsehen, Internet oder Handy. In meinem Bekanntenkreis ist seit einigen Jahren besonders das sogenannte Heilfasten sehr beliebt. Nach einem exakten Plan, bei einigen sogar unter ärztlicher Kontrolle, meidet man dabei feste Nahrung und Lebensmittel und ernährt sich für Tage oder Wochen nur von Flüssigkeiten wie Wasser, Säfte oder Brühe. Viele schwören darauf als wirkungsvolle Diät, andere schwärmen davon wie gut es Körper und Geist tut. Ich habe es vor ein paar Jahren praktiziert und nach kurzer Zeit aufgegeben. Ständige Kopfschmerzen und Übelkeit haben mir gezeigt, das Heilfasten nicht meins ist und Abnehmen sind bei meinen 50 kg Lebensgewicht auch nicht nötig.

Es gibt einige Dinge, auf die ich kinderleicht verzichten kann. Zum Beispiel trinke ich ganz selten Alkohol und ein kompletter Verzicht ist kein Problem. Als zweiter Vorschlag: auf Fleisch verzichten. Die vegetarische Küche ist so vielfältig, nahezu unendlich und lecker. Und da es bei uns nur 1–2 Mal die Woche ein hochwertiges Fleisch Gericht gibt, kann ich in der Fastenzeit auch gut darauf verzichten, werde ich aber nicht. Dritter Vorschlag Süßigkeiten. Im Schnitt nimmt jeder Deutsche doppelt so viel Zucker zu sich als empfohlen. Auf Schokolade, Kuchen oder Dessert kann ich in der Fastenzeit sehr gut verzichten. Doch bei Kaffee und einem Löffelchen Zucker hört sich bei mir der Spaß auf, ein Verzicht ist geradezu unmöglich. Den Kaffee brauche ich morgens zum Wach werden, jedoch nicht ungesüßt und einem großen Schuss Vollmilch.

Fastenzeit heißt verzichten und verzichten heißt auch weniger Lebensqualität. Sich einschränken, auf viele Dinge verzichten, das habe ich in den Jahren der Corona-Pandemie – aber nicht freiwillig, wie wir alle, zur Genüge gemacht. Allerdings habe ich mir fest vorgenommen, während der Fastenzeit mehr auf gesunde Ernährung zu achten. Ich will fit und gesund in den Frühling starten und das dürfte wohl nicht so schwer sein.